Die alljährliche Internorga öffnete ihre Tore um Fachbesucher aus der Gastronomie und Hotelbranche zu empfangen. Die Internorga, die schon 84 mal stattfand, ist mit ca. 1.000 Ausstellern aus 25 Nationen die führende und größte europäische Fachmesse ihrer Art. Zu den Ausstellern gehörten unter anderem namhafte Teemarken, die Ihre Marke und neue Produkte vorstellten.
Auch Tee Heimat, vertreten durch Marc Könemann, war unter den Besuchern. Was er dort erfahren und erlebt hat, hat er in einem Messebericht zusammengefasst.
Freitag 12.03.10 ca. 11 Uhr. Bei der Einfahrt in den Hamburger Hauptbahnhof sprach mich eine Frau an, die gesehen hatte, dass ich eine Eintrittskarte für die Internorga hatte. Sie wollte zum ersten Mal auf die Messe und fragte, wie man vom Bahnhof zum Messegelände kommt. Ich bot Ihr an, sich mir anzuschließen. Auf dem Weg erfragt ich, was Ihre Gründe für den Besuche seien. Sie arbeitete bei der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gaststätten BGN und so nutzte ich die Gelegenheit sie zum Thema Wasserkocher in Punkto Sicherheit zu befragen. Da es wohl mit Wasserkochern zu sehr wenigen Unfällen kommt, hatte Sie keine speziellen Hinweise, nur dass Gaststättenbetreiber auf das EC-Zeichen achten müssen.
Einige der großen Teemarken waren vertreten, teilweise mit eigenen Ständen oder auch in Kooperation mit Lebensmittel Produzenten. So suchte ich einen nach dem Anderen auf um eventuelle Neuheiten ausfindig zu machen. Fast an allen Ständen wurde ich freundlich begrüßt und es wurde mir ein Heißgetränk angeboten. Natürlich wurde ich gefragt, welches Geschäftskonzept Tee Heimat verfolgt. Nun ist es ja so, dass Tee Heimat keinen Tee einkauft und wir ihn auch nicht verkaufen. Wir sind ein unabhängiges Gütesiegel und Online-Portal und somit passen wir, auf den ersten schnellen Blick, nicht in das Beuteschema eines Vertrieblers. Falls ein Marketing Mitarbeiter Vorort war, wurde dieser herangeholt oder auf diesen verwiesen.
Ich hatte mir im Vorfeld für jede Person ca. zwei Minuten Zeit gegeben um Tee Heimat zu erklären. Die Resonanzen waren unterschiedlich. Doch eines war auffällig. Die Marken mit einem qualitativ hochwertigen Sortiment, waren interessiert und überlegten schon, wie eine Zusammenarbeit aussehen könnte. Die Teemarken, die sich qualitativ im unteren Segment bewegen, wurden ganz schnell nervös. Wörter wie „hochwertig“ und „gut“, dass wussten auch sie, bedeuteten das Aus für sie. Ein Mitarbeiter einer bekannten deutschen Kaffeerösterei hatte es gleich erkannt und hat sich auf die Situation schnell eingestellt. Sie haben zwei Teemarken im Portfolio und die eine nahm er dann ganz schnell vom Tisch. Er meinte, dass die dann wohl nicht in Frage kommen würde.
Nennenswert war ein Kontakt, mit einer kleiner Kaffeerösterei, die ebenfalls Tee vertreibt, der Standmitarbeiter wurde, sagen wir - pampig, als ich ihm sagt ich würde keinen Tee kaufen, aber ich sei anderweitig interessiert. Erst als ich ihm meine Visitenkarte wieder aus der Hand genommen habe, mit dem Hinweis, dass seine Firma anscheinend kein Interesse hätte, kam er von seinem hohen Ross herunter und bat erneut um die Karte.
Teemarken sind oft bei Kaffeemarken mit im Portfolio integriert, ebenso wie Kakao sprich Trinkschokolade. An dieser Stelle ein Tipp für eine andere Kombinationsmöglichkeit Tee und Wein. Diese Zusammenhänge ermöglichten es mir etwas über die Umsätze der Teemarken im Verhältnis zu den Kaffeemarken zu erfahren. Zwar wurden keine genauen Zahlen genannt, doch die Steigerungen der letzten Jahre und vor allem der letzten Monate seinen sehr erfreulich, nach Aussagen der Firmenvertreter. Das gibt uns weiterhin die Gewissheit, dass die Zeit des Tees gekommen ist.
Herausragende Produktinnovationen habe ich nicht entdecken können, obwohl ich unzählige Kilometer in den Messehallen zurück gelegt habe. Es gibt ein paar neue Wässerchen mit Geschmack, die Tee in Spuren enthalten. Die Anbieter haben durchweg die Anzahl der Teesorten erhöht und setzen mehr und mehr auf Qualität.
Gegen Ende habe ich mich mit dem Thema Wasserqualität beschäftigt. Zum einen war an einem kleinen Stand eine Firma vertreten, die ein Wasser anbietet, dass speziell auf die Bedürfnisse der Kaffee- und Teezubereitung zugeschnitten ist. Ich habe auch schon über dieses Wasser aus der Flasche im Cha Tao Teeblog geschrieben berichtet, da auch die Wasserqualität ein wichtiges Kriterium für uns ist. Zwei Firmen haben mir ihre Systeme mitgegeben. Sobald ich sie testen konnte, werde ich einen Bericht dazu veröffentlichen.
Fazit. Die Internorga 2010 war für mich eine willkommene Abwechslung. Es gab ein paar sehr gute Tassen Tee und auch ein paar weniger gute. Ich habe einen früheren Kommilitonen, der bei einem namhaften Anbieter arbeitet wiedergetroffen und Hannah Plettenberg von Plettenberg Consulting, die ich sonst nur über Twitter, Facebook und Xing kenne. Es ist schön, wenn man Menschen wie Frau Plettenberg auch mal im realen Leben trifft.
Nächstes Jahr wieder? Ja, aber mit einem eigenen Stand.