Im Sommer gehört ein Teeladen in Deutschland nicht zu den hoch frequentierten Einkaufsstätten. Stimmt diese allgemeine Meinung überhaupt? Falls ja, warum ist das eigentlich so? Gibt es eine plausible Erklärung? Kann man von einem Sommerloch sprechen? Es muss was daran sein, denn die meisten Teeladenbesitzer machen im Sommer Urlaub nicht im Winter, oder mögen Teehändler lediglich keinen Schnee?
Zu erst einmal muss man sich die Kundschaft anschauen, die in Teefachgeschäften einkauft. Hier tritt das erste Problem auf, es gibt nicht den Teetrinker, genau so wenig wie es den Weintrinker gibt. Es gibt einen harten Kern (Heavy Consumer), der immer wieder in ein Teegeschäft gehen, um dort zu stöbern und sich von den Verkäufern über neue Sorten informieren lassen. Andere Kunden dieser Gruppe wiederum kaufen „ihren“ Tee, der sie fast jeden Tag begleitet. Diese Gruppe bringt sicherlich einen Großteil der Umsätze in die Kassen, ganz nach dem Paretoprinzip. Dann gibt es noch die Teekunden, die unregelmäßig einkaufen (Light Consumer). Immer wieder, jedoch nicht gleichmäßig kaufen sie Tee, diese Gruppe ist nach gängigen Studien weniger loyal in der Wahl des Fachgeschäftes. Auch die Abwanderung zu den Tee-Online-Shops ist hier zu verzeichnen. Sie kaufen in der Regel querbeet im Sortiment, je nach Lust und Laune. Und nach der herrschenden Temperatur? Bevor wir zu den Wetterverhältnissen kommen, ist da noch die Gruppe, nennen wir sie Newby-Tea-Drinker. Sie sind neu im Teeladen und in der Teewelt, abgesehen von einzelnen Ereignissen, vielleicht in der Jungendherberge wo Hagebutten-Tee serviert wurde. Sie sind eher durch Einflüsse der Umwelt auf den „Geschmack” gekommen. Durch einen Zeitungsartikel, einen Post in einem Tee-Blog oder Tee-Portal, vielleicht auch durch Empfehlungen von Freunden. Wie so oft steht bei vielen Menschen in puncto Tee die erste Begegnung in einer Verbindung mit Gesundheit oder Wellness.
Doch lassen steigende Temperaturen die Umsatzzahlen eines Teefachgeschäfte / Teeladen im Sommer sinken? Besteht eine Korrelation zwischen Teeverkäufen und der Temperatur? So wie beim Eis? Noch liegen keine eindeutigen wissenschaftlichen Studien vor. Daher möchten wir an dieser Stelle ein paar Hypothesen definieren. Die Heave Consumer werden auch im Sommer Tee trinken. Trinken sie weiterhin ihren persönlichen Liebling, dann sinken die Umsatz in dieser Gruppe nicht, kaufen Sie hingegen z.B. einen Rooibush Tee, der im Schnitt günstiger ist, dann gehen bei gleichen Absatzmengen die Umsätze nach unten.
Light Consumer sind nicht so gefestigt im Kaufen von Tee. Jedoch ist schlecht zu sagen, ob Sie nicht doch im Sommer ein plötzliches Verlangen haben in einen Teeladen zu gehen um sich mit Tee einzudecken. Man kann aber schon davon ausgehen, dass diese Käufergruppe in den warmen Monaten weniger teeaffin ist. Betrachte man Google Insight Daten so ist ein starkes Absenken der Suchanzahl in den Sommermonaten bei Begriffen wie Tee und Kaffee zu verzeichnen. Dieser Trend ist seit Jahren zu beobachten, jedoch waren 2004 bis 2008 die Abstände zwischen Kaffee und Tee noch stark ausgeprägt, so hat sich dieser Wert in den letzten zwei Jahren angeglichen.
Kommen wir zur letzten Gruppe den Newby-Tea-Drinker. Sie sind wohl die am wenigsten vorhersehbaren Personen. Es kommt auf die aktuellen Trends an und/oder die Medien. Dann ist zwar noch immer die Frage offen, ob nicht der erste Gedanke in den nächsten Supermarkt lenkt oder doch zum Profi-Geschäft. Jedoch liegt hier auch das meiste Potenzial. Sie können zu Light- oder sogar Heavy Consumer gemacht werden, also ganz frischer Mehrumsatz.
Im Teefachhandel ist noch eine Menge Potenzial, aber auch hier gilt der Grundsatz: Tradition ist kein Geschäftsmodell. Wer sich nicht anpasst und sei es ganz langsam, fällt irgendwann ganz schnell hinter runter. Ein Wandel ist zu spüren, es kommt jetzt auf die Teehändler an, ob sie mit gehen, oder sie lieber anderen den Umsatz überlassen. Sei es im Winter wie im Sommer. Antworten zu aktuellen Trend und wo liegen die Chancen in der Zukunft, stellen wir gerne unseren Teehandelskunden zur Verfügung.
Doch was könnte es sein, denn es wird ja tatsächlich weniger Tee im Sommer getrunken. In Ländern wie Indien, China, den (nord)afrikanischen Ländern oder auch beispielsweise Abendländischen Ländern sehr viel Tee getrunken, obwohl dort die Temperaturen höher sind. Tee kühlt, gerade in warmer Form, da der Magen dem Körper keine Energie entziehen muss um das Heißgetränk auf Körpertemperatur zubringen. In den genannten Ländern und Regionen wird Tee deshalb warm getrunken. Klar ist ein kühler Eistee erfrischend, doch er ist nicht so bekömmlich. Es liegt wohl stark an den Gewohnheiten, an der Erziehung und den herrschenden Trends, das sich Tee bei uns noch nicht als das Sommergetränk durchgesetzt hat. Hier ein paar Gegenargumente:
- Die Konsistenz von Tee ähnelt mehr dem von Wasser, als es bei Kaffee der Fall ist.
- Tee und frische Fruchtsäfte passen hervorragend zusammen, versuchen sie das mal mit Kaffee.
- Die heutigen Kaffeeprodukt bestehen aus ca. 80% Milch. Warmes Wetter macht schon müde genug, da hilft warme Milch nicht über den Berg. -Möchte man trotzdem ein kaltes Getränk, viele Teesorten kann man einfach kalt werden lassen und werden dann nicht bitter.
- Eistee ist förmlich der Inbegriff der Frische.
- Im Sommer bleibt es auch in der Nacht warm. Früchtetees, Kräutertees kann man den ganzen Tag und in der Nacht trinken.
- Wer Autofahren muss, sollte nur sehr wenig Bier trinken. Matchatee hat auch eine Schaumkrone.
- Stellen Sie sich vor, Sie grillen. Was passt besser zum Grillgut, ein Latte Macciato oder ein grüner Tee?
Wer die Vorzüge der vielen Teesorten kennt, die einem in den heißen Monaten Kühlungen bescheren, der sollte unbedingt den nächste Teeladen aufsuchen oder in einem Online-Shop Nachschub bestellen. Alle anderen sollte das Gleich machen und das Personal um Rat fragen.
Tee ist ein Sommergetränk, man muss es den Leuten nur richtig erzählen.