Kaffee wird ja oft mit Italien in Verbindung gebracht, ebenso wie Pizza und Mafia. Es gibt aber auch Schnittmengen zwischen den einzelnen Punkten. Wie in der letzten Woche bekannt wurde.
Vor einer Woche hatte das Bundeskartellamt 160 Mio. Euro Strafe gegen die Kaffeeröster Tchibo, Melitta und Dallmayr verhängt. Der Anlass ist so einfach wie illegale - Preisabsprachen. In Gang soll der Fall durch die Selbstanzeige eines Konzern gekommen sein, der selbst an den Preisabsprachen beteiligt war. Der Firmenname wurde nicht genannt.
Der Spiegel berichtet in seiner heutigen Ausgabe, dass es sich dabei um Kraft Foods handeln soll. Im Februar 2008 hatten Ermittler die Bremer Firmenzentrale von Kraft Foods durchsucht, um Beweise für ein “Schokoladenkartell” unter Süßwarenproduzenten zu finden. Dies habe laut Spiegel “Kraft allem Anschein nach so aufgeschreckt, dass Manager der Firma wenig später Selbstanzeige beim Bundeskartellamt erstatteten”. Netter Nebeneffekt: Auch für Konzerne gilt in Deutschland die Kronzeugenregelung, somit bleibt Kraft Foods mit seiner Kaffeemarke Jacobs straffrei (stern.de).
Beim Mindener Unternehmen Melitta, das seinen Kaffee in Bremen produziert, dauern laut Spiegel die Ermittlungen des Bundeskartellamts noch an. Zusätzlich zu den Preisabsprachen für Endverbraucher-Produkte, sollen auch im Bereich Gastronomie höhere Preise illegal abgesprochen worden sein.
Die drei Firmen gelten nun unter Gourmets nicht als erste Anlaufstelle, aber wer für Produkte in der Preisklasse auch noch zu viel bezahlt, hat zweimal den Schaden. Liebe Gastronomen, wieder ein Grund den Fokus auf den Tee zulegen. Zumal die Investitionskosten gerade einmal ein Bruchteil der Kosten betragen, die Kaffee verursacht.
Zeichnung: Aleš Nowák
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